Manchmal bin ich wirklich ein schrecklicher Kunde – eigentlich meistens. Denn leider gehöre ich zu den Kunden, die für ihr Geld Service und Qualität erwarten. Für deutsche Firmen scheint das nicht normal zu sein – beziehungsweise sie versuchen einem das Erfüllen von Gesetzen als Service zu verkaufen.
In meinem Fall hat ESPRIT einen Kunden verloren. Nachdem ich in den letzten 2 Jahren 3 Mäntel wegen eklatanten Qualitätsmängeln (Auflösen bzw. Herausquellen des Innenfutters) zurückgeben musste, habe ich mich beim Kundenservice beschwert – Ergebnis: Bedauern (kostet ja nix) und die Erklärung, dass, da ich mein Geld ja immer zurück bekommen habe, eigentlich alles okay sei.
Ganz ehrlich: Nein. Natürlich habe ich mein Geld immer zurück bekommen – was war denn auch die Alternative? Umtausch war nicht möglich, da dass Modell nicht mehr vorrätig war, Nachbesserung zu teuer, Minderung hätte ich nicht zugestimmt – da blieb nur Kaufvertrag rückgängig machen. Das ich mein Geld zurück bekommen habe war kein Service sondern Gesetz.
Wären alle Jacken nicht äußerst hochpreisig gewesen, wäre es mir ja noch egal. Nur wenn ich viel Geld für eine Jacke bezahle, erwarte ich, dass ich nicht ständig wieder zu dem Geschäft rennen muss, um die Jacke umzutauschen. Und wenn sowas vorkommt, erwarte ich eine Entschädigung – immerhin kostet es mich Zeit und es nervt mich. Es war ein Angebot an ESPRIT, mich als Kunden zu behalten. Sie wollten nicht – der freie Markt lässt mir die Wahl, mein Geld an andere Hersteller zu verteilen – und das werde ich tun. Ich mag den Liberalismus und die freie Marktwirtschaft.