Archiv für Juli 2006

Mein Kampf mit der GEZ

Juli 28, 2006

wer kennst Sie nicht, die netten Leute von der Gehirn-Entzogen-Zentrale, welche mit Methoden, die sie entweder von der Stasi erlernt haben, oder damit sogar die Stasi neidsch machen könnten, auf Jagd gehen auf alle Menschen, welche einen Fernseher besitzen und doch keine Gebühren bezahlen.
Und ich oute mich an dieser Stelle gefährlich als verständnisvoll für die Fernsehgebühren. Denn ein unabhängiges, informatives, für alle frei empfangbares Fernsehprogramm ist für die politische Bildung wichtig. Das ich zwar immer wieder Zweifel bekomme, ob die Programme wirklich sooo unabhängig sind, ist wohl normal, wenn man sich Report aus München oder Panorama anschaut. Aber im Mittel sind ARD und ZDF neutral.
Was ich berechtigt ins Zweifel ziehe, ist der Wildwuchs dieser Programme: Man beteiligt sich an unzähligen digitalen Spartensendern, bietet unfassbare Summen für Sportübertragungsrechte, und wenn man sich dann überlegt, wie man das finanziert (nach 20.00h gibt es ja keine teure Werbung mehr), versucht man einfach die Gebühren zu erhöhen. Das ist keine Art, aber wenn man in der luxoriösen Lage unserer öfffentlich-rechtlichen Sender ist, kann ich das verstehen… .
Noch weniger Verständnis habe ich jedoch für die liebe GEZ. Ihre Methoden sind einfach unerträglich. Und ich habe die Frechheit besessen, mich dazu zu entscheiden, mein TV abzuschaffen. Ab Oktober fällt meine Gebührenbefreiung weg, und da ich den Fernseher kaum nutze, ist die Abschaffung nur konsequent.
Leider möchte das die GEZ nicht so wirklich und ich weiß jetzt schon, dass ich im Jahrestakt Briefe bekommen werde, in denen man mich auffordert, doch noch mal zu schauen, ob ich nicht doch noch einen Fernseher unter dem Kopfkissen finde…. . Denn alle Menschen lügen ja. Und das ist es, was mich hauptsächlich an der GEZ stört: Das Umdrehen der Unschuldsvermutung. Die GEZ glaubt nämlich, ich müsste meine Unschuld/Nichtzahlungsverpflichtung beweisen, und nicht sie mir beweisen, dass ich schuldig/zahlungspflichtig bin. Und irgendwie mag ich das nicht… .
Und jetzt kam so ein schöner GEZ-Brief, mit dem ich gerechnet hatte: „bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die von Ihnen gewünschte Abmeldung noch nicht durchgeführt haben. Wir benötigen noch weitere Informationen: Was ist mit dem Fernsehgerät geschehen…“
Ich soll also Verständnis haben, Sie benötigen ja noch weitere Informationen um die Abmeldung durchzuführen. Gut, lass mich mal überlegen: Ich habe Ihnen meinen Name, meine Adresse und meine Teilnehmernummer mitgeteilt. Außerdem dass ich nur noch ein Radio jedoch kein TV besitze. Ich glaube, die haben alle Informationen, um meine Abmeldung durchzuführen. Und deswegen haben die jetzt auch einen Brief bekommen: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich kein Verständnis habe, dass Sie die von mir geforderte Abmeldung noch nicht durchgeführt haben…“ Ich hab nämlich kein Verständnis dafür.
Ich habe dann noch mitgeteilt, dass ich nur in dem Falle zu einer Auskunft bereit sei, falls man mir nachweisen könne, dass ich rechtlich verpflichtet sei, diese Information bereitzustellen. Ich bin mal gespannnt, was passiert. Ich bin richtig streitwütig. Und wenn dass nicht klappt, dann halt ab 2007 – da werden Sie nämlich versuchen, für meinen Internetfähigen PC Fernsehgebühren verlangen… . Dass werde ich aber auch verweigern

Bürokratie… .

Juli 26, 2006

Ich liebe Bürokratie, ich würde sie am liebsten heiraten… . Was soll ich sagen, ich hatte das unwahrscheinliche Glück, dass meine Hiwistelle von meinem aktuellen Arbeitgeber (private Forschungseinrichtung) auf die Uni übertragen wurde.
Also musste ich mein Dienstverhältnis dort auslaufen lassen, und durfte nun einen Vertrag für die öffentliche Hand ausfüllen – juhu.
Hatte ich vorher eigentlich nur meinen Vertrag (1seitig) in dreifacher Ausführung unterschreiben müssen, Lohnsteuerkarte etc. einreichen und den ganzen staatlichen Sozialversicherungskram ausfüllen müssen, wurde es hier viel lustiger: Zuerst musste ich einen Antrag auf Einstellung ausfüllen und von Betreuer und Abteilungsleiter unterschreiben lassen. Dieser wurde dann abgetippt und mir nochmals zur Unterschrift vorgelegt. Außerdem wollte der Vertrag auch dreifach unterschrieben werden. Als ich das zusammenhatte, musste ich in die Verwaltung der Hochschule. Dort wurde mir erstmal erklärt, ich sei zu spät, Sprechstunde sei nur bis 11.30h – aber ausnahmsweise könnte man meine Daten annehmen.
Dann wurde ich gefragt: „Wie lange läuft ihr Vertrag noch?“ Oh, auf Seite 1 steht groß „NEUEINSTELLUNG!!!!“ – aber das kann man ja ignorieren, ich als: „Ist eine Neueinstellung“ „Aha, dann fehlen aber ALLE Unterlagen!“ Oh, ‘tschuldigung das ich das nicht wusste. Mir war oben ja gesagt worden, ich habe alle Unterlagen beisammen.
Gott sei Dank war der Mann aber hilfreich und knallte mir 3 Bögen auf den Tisch „Kann ich die hier ausfüllen?“ „Ja, ausnahmsweise. Ist ja schon außerhalb der Sprechstunde, aber AUSNAHMSWEISE können sie sich DRAUSSEN, HINTEN an den Tisch setzen und das ausfüllen!“. Danke, Danke, zu gnädig. Während ich lustiges Rätselraten machte, was das komische Beamtendeutsch mir sagen wollte und ich nach bestem Gewissen und mit allem Menschenverstand (aber dennoch sicherlich falsch) die 8 oder 10 Seiten ausfüllte, hörte ich, wie unser gestresster Mitarbeiter sich mit einer Kollegin unterhielt wie heiß es sei, sie solle nicht schlapp machen, hin und her wanderte und als ich endlich fertig war, war er auch gerade wieder auf dem Weg zurück in sein Büro – seinen Stress möchte ich haben.
Fragt sich da eigentlich noch einer, was hier falsch läuft? Warum braucht ein privater Arbeitgeber nicht 30 Seiten Formulare, und es funktioniert doch alles, evtl. besser? Und warum sind die Formulare so unheimlich unverständlich. Ich bin mir sicher, irgendwas habe ich falsch ausgefüllt, aber es wird wohl nie jemand merken. Das bringt uns zu der Frage: Wofür braucht man es dann???

Weise Worte (VI)

Juli 8, 2006

Je weiter man sich aus dem Fenster lehnt,
umso höher ist die Gefahr, dass einem eine Taube auf den Kopf scheißt